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27.03.10

Missverständnis

Das war eine schöne Vorstellung im „Loni" . Ein aufgeschlossenes  offenes Publikum, freundliche Veranstalter, eine der schönsten geräumigsten Künstlergarderoben Deutschlands und die fantasievollsten leckersten Sandwichs, ich glaube von ganz Europa. Und weil ich so gut drauf war, hab ich mich mal wieder (ein Witz, ein Scherz, ein Gag...) nach langer Zeit beim Applaus, bei meinem Ehemann bedankt, dass er so nett ist und mir erlaubt Frauenkabarett zu machen.

Ja und dann bekomm ich in den nächsten Tagen  eine Mail, ich dachte irrtümlich (warum auch immer) von einer Veranstalterin des L.Ü.-Hauses, die diese Bemerkung ernst genommen hatte  und mir ein paar ungehaltene Belehrungen mailte.

Hier nun meine Antwort:

"Bravo! Genau aus dem Grund erzähle ich in meinem Programm vorher,dass ich oft gefragt werde, bei Interviews, wenn man mich engagieren will oder sich sonst für meine Arbeit intressiert, ob das so "Frauenkabarett sei, was ich da mache, ob ich da so Frauenthermen hätte , wie man als Frau  überhaupt dazu kommt Kabarett zu machen...". Ich erzähle das genau aus dem Grund, damit dem Publikum dabei in den Sinn kommt (genau wies wohl Ihnen widerfahren ist) , dass man  einem Mann nie die kuriose Frage stellen würde,  ob das so Männerkabarett wäre und er da so Männerthemen hätte, etc....
Ich bin eine Frau, somit ist es selbstverständlich Frauenkabarett , was soll es sonst sein? Männerkabarett? Glauben Sie nach 24 Jahren Kabaretterfahrung brauche ich diesen Hinweis um zu dieser Erkenntnis zu kommen?
Es irritiert mich schon, dass Sie von mir nach dem was ich auf der Bühne treibe und erzähle, den Eindruck  haben, ich würde ernsthaft  meinen Mann fragen, ob er mir das erlaubt und mich dann auch noch bei ihm dafür bedanken. Dass überhaupt noch jemand so denken mag, kann ich kaum glauben, noch dazu in einer Kabarettveranstaltung! Ich sehe diesen Satz genau so deutlich als Ironie an, wie den "Ich würde mich so gerne emanzipiern, aber mein Mann erlaubt es nicht" Ich dachte, das paradoxe dieser Danksagung sei sehr deutlich und kann nur als Witz aufgefasst werden.
Da hab ich halt ihr Humorverständnis nicht getroffen.
 Bei der nächsten Veranstaltung werde ich mich mal am Schluss erkundigen, wie das Publikum das so sieht. Sollte der Großteil mich so einschätzen wie Sie es tun, dann geb ichs wohl besser auf.

Mir hat die Veranstaltung im L.Ü.Haus Spass gemacht
ich habe für Ihr Haus und Ihre Arbeit viel Sympathie
und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg
mit freundlichem Gruß
und nix für ungut
Maria Peschek"
 

Es stellte sch heraus, dass es sich um eine unbefangene Zuschauerin handelte, die nichts mit dem L.Ü.haus zu tun hat. Gott sei Dank.

Jetzt bin ich mit dem Loni Übler- Haus wieder gut. 3 Tage war ich aus Versehen mit denen beleidigt und die wussten gar nix davon.

Dabei waren die so nett und haben sogar von dem Gemälde Fotos gemacht, weil ich keinen Fotoapparat dabei hatte und  mir drei Fotos  gemailt. Das Schönste seht ihr hier. Das ist Barbara, die das Werk für 30€ ersteigert hat. Das Geld geht  wieder an  die Organisation „Lichterkette" .

Liebes Loni Übler- Haus, hoffentlich erfahrt ihr nie, dass ich Euch verdächtigt habe. Ich tu es nie wieder! Ehrlich!  Entschuldigung!


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