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15.05.2011

BSDS - Bayern sucht das Superlager
und Monis Geburtstag

Viel Spektakuläres war in der vergangenen Woche los.Am 7. Mai feierte die Moni von den Wellküren ihren 50sten Geburtstag. Ein richtiges „Event" mit gesperrten Straßenzügen, einem Zelt, einer wahnsinns Band.
Um 17 Uhr ging´s los, es muss sensationell gewesen sein!
Da ich ja laut Burgi „am Arsch der Welt" wohne und nicht in der Nachbarschaft und mein armer Ehemann Helmut Theaterhauptprobe im Tams hatte und ich auch noch woanderster Spektakuläres hin musste, konnten wir erst um ca. 23.00 die Jubilarin in die Arme schließen.
Monis (erwachsene ) Kinder hatten mich schon ein paar Tage zuvor um ein Glückwunsch-Telefoninterview gebeten. Mein Text sollte unter oder über einen Film gelegt werden, den sie zu Ehren ihrer Mutter am Geburtstag herzeigen wollten. Ich hab extra mein Gehirn besonders angestrengt und der Moni eine Sympathie-, ja fast möchte ich sagen Liebeserklärung engagiert mit Herzblut ins Telefon gesäuselt und was war,? Die zwei Fratzen haben nix von mir gebracht, mich rausgestrichen, d.h, schon gar nicht hineingeschnitten. Ich bin immer noch empört und außer mir!
Jetzt muss die Moni denken, ich hab mir keine Gedanken um sie an ihrem Geburtstag gemacht. Das soll sie nicht, auf keinem Fall.
Liebe Moni hier nun meine Sympathieerklärung wenigstens schriftlich:

Also über die Moni kann ich nur des Beste sagen. Mir san ja beruflich eine Zeit lang gemeinsam einen künstlerischen Weg gegangen und da muss ich sagen von den drei Wellküren, war mir immer schon die, die mir am nächsten gstanden is die Moni.
Mir san halt einfach zwei seelenverwandte Wesen. Beide simmer sehr bescheiden und zurückhaltend, eigentlich wollen mir beide net des laute, öffentlich zur Schau sich stellen.
Ich find des sieht ma uns auch auf der Bühne an, dass uns des direkt unangenehm is, auf der Bühne da im Rampenlicht zu stehen und wenn die Leut lachen und jubenln - bäh! Des mögn mir zwoa net. Des is uns direkt zwider. Eigentlich hätten mir zwei ja gern so an besinnlichen ruhigen schönen lyrischen Abend machen wollen: a paar klassische Lieder, a paar nachdenkliche Gedichte, halt mehr des Schöngeistige, mehr so im kleinen intimen Kreis. Des haben die Schwestern, die andern zwei, die ham des net zuglassen Die wolltens halt recht krachert und laut und frech und unverschämt und ham quasi die Moni zu ihrer Art gezwungen.
Die Moni und ich, mir ham uns nicht gegen diese zwei durchsetzen können, geger des laute Gscherte. Ich hab die Moni versucht zu unterstützen, aber Blut is dicker wie Wasser - keine Chance. Weil die Moni hasst ja auch jeden Streit im Gegensatz zu ihre Schwestern, der Moni kommt ja nie mal a ungutes oder lautes Wort aus. Solang ich die Moni kenn, mei wie lang kenn ich jetzt die Moni..., des san jetzt ascho - also seit ich sie kenn, hab ich net amal a zwiders Gsicht von der Moni gsehn, die Moni immer freundlich, höflich zuvorkommend, immer ein sanftes Lächeln auf den Lippen, i kenns net anders.
Mei die Schwestern, ich weiß net wies jetzt mit der Bärbi is, awa zu Vronis Zeiten, hinter der Bühne, die Vroni und die Burgi, die haben sich oft gfetzt, angschrien! Ja sogar handgreiflich sans wordn. Oamoi sans mit die Stricknadeln aufeinander los! Die san oft ausfallend wordn und ham sich angegiftet. Des hat der Moni, zartfühlend und sensibel wies is, des hat ihr oft so weh getan. Mei ich weiß net wie oft dass zu mir kommen is und klagt hat: „Maria des tut mir so weh, so weh tut mir des, wie die andern zwei sich aufführen, soicherne kracherten Scherm und auch mitm Publikum diese derben Spässe, des san ja oft Anzüglichkeiten - mei hats oft gsagt, i genier mi direkt, sieghstas wieder zu einem Niveau zwingen die einem, ein Niveau zum davonlaufen.
I hob oft gsagt: Moni, des möchtma nicht glauben, dassds ihr Schwestern seids, du so nobel, aa in der Ausdrucksweise immer so vornehm, direkt edel, sog i, Moni, du hast zweifelsohne was Aristokratisches an dir,aa charakterlich. Du und die Zwoa, da tun sich Abgründe auf, Abgründe.
Bei der Moni, da muass i immer so an den wunderbaren Poesialbumsspruch denken: Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam bescheiden und rein, nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein. Die Moni, des is eindeutig so ein Veilchen, und so fühl ich mich auch - so veilchenmäßig, innerlich und ich wünsch mir sehr, vielleicht jetzt im Alter in reifen Jahren, dass ma doch noch amal an schöngeistigen Abend zammbringen, mitm entsprechenden Ambiente, vor mir aus auch dann in einer schönen, beschaulichen Seniorenresidenz. Ich wär bereit dazu, also für so an lyrischen Abend, wirkliche Kultur, net so a Gekasper und Geblödel, hm wie schauts aus Moni, Seelenschwester?

Noch was Sensationelles:
Warum ich nicht pünktlich zu Monis Feier kommen konnte: Am selben Abend gabs nämlich in München in der Bayernkaserne, wo die Kammerspiele auch ihre „Perser" zum Besten geben, da gabs eine Veranstaltung, organisiert von den Kammerspielen und dem bayrischen Flüchtlingsrat: „Deutschland sucht das krasseste Flüchtlingsheim". Ich wurde angefragt, ob ich nicht als Jurorin mitwirken will. Da konnte ich nicht nein sagen, das war einfach Ehrensache.
Sieben Asylantenheime aus sieben bayr. Bezirken wurden vorgestellt, mit Bildmaterial und aus jedem Heim war ein Bewohner, bzw. eine Bewohnerin da und wir konnten Fragen stellen. Mir hats einfach die Sprache verschlagen über die Zustände.
Wer mehr darüber wissen will und welches Heim von uns zum krassesten Flüchtlingsheim gekürt wurde, bitte sehr: http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/bsds-bayern-sucht-das-superlager.html


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