60 Jahre Seerosenkreis – Literatur, Kabarett, Bildende Kunst
Die Künstlervereinigung 'Seerosenkreis' wurde als Stammtisch im Schwabinger Lokal 'Seerose' gegründet, 'Gründungsväter' waren u. a. der Schauspieler Gustl Weigert, der Dichter Peter Paul Althaus und der Maler Hermann Geiseler.
Die Seerose ist bis heute kein Verein, sondern nach ihrem Selbstverständnis eine offene Gruppierung, so etwas wie eine Künstlerheimat von durchaus 'familiärem' Charakter. Federführend für die elf 'aktiven' Seerosenliteraten ist Publizistin, Autorin und Malerin Dr. Brigitta Rambeck, Sprecher für den offenen Kreis der Bildenden Künstler ist seit fast 25 Jahren der Bildhauer und Radierer Baldur Geipel.
Seit Ende der 50er Jahre gingen die Bildenden Künstler und die Literaten der Seerose eigene Wege. Inzwischen bahnen sich wieder Begegnungen an, u. a. anlässlich der alljährlichen Verleihung des Seerosen Wanderrings sowie - mit begleitenden literarischen Veranstaltungen - bei Ausstellungen der Seerosen-Künstler im Oberdiessener Malura-Museum des 2003 verstorbenen Seerosianers, Malers und Galeristen Oswald Malura. In der Galerie Malura in der Schwabinger Leopoldstrasse hatten in der Nachkriegszeit auch bereits schon die ersten Kunstausstellungen der Seerose stattgefunden, in seiner Wohnung in der Kaulbachstrasse viele Veranstaltungen der "Traumstadt" (Peter Paul Althaus).
Zuletzt hatten sich 1958, zum 10. Geburtstag der "Seerose" im Jahr der 800-Jahr-Festlichkeiten Münchens Seerosenkünstler und Literaten zu einem gemeinsamen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zusammengefunden. Den 50. Geburtstag des Seerosenkreises begingen die Literaten „solo“ mit einem festlichen Programm in der Seidlvilla, den 55. Geburtstag gestalteten die Bildenden Künstler ebenfalls für sich. Eine Ausstellung in der Rathausgalerie präsentierte Arbeiten der ersten zwei Jahrzehnte (1948-68) sowie im Kunstpavillon des Alten Botanischen Gartens eine Werkschau der lebenden Seerosianer.
Erstmals finden sich nun die beiden Seerosenkreise Literatur und Bildende Kunst wieder zusammen zu einer gemeinsam geplanten Ausstellung mit literarisch-kabarettistisch-musikalischem Programm aus Anlass der Gründung der Seerose vor 60 Jahren.
Die Werkschau der derzeit "aktiven" Maler und Bildhauer und das literarisch-kabarettistische Begleitprogramm sind auch eine Reverenz einer der ältesten Münchner Künstlervereinigungen an die Stadt München zu ihrem 850. Geburtstag.
Noch ein paar Hinweise:
Andrew Malura hat ein Filmprogramm aus alten Filmen und Fotos in Schwabinger Künstlerateliers und –vereinigungen aus dem Archiv seines Vaters Oswald Malura zusammengestellt. Der große Münchner Fotograf Stefan Moses hat bisher unveröffentlichte Fotos von 1955 und 1958 beigesteuert, die u.a. den Traumstadtgründer Peter Paul Althaus (1892-1965) am alten Seerosenstammtisch und in seiner "Kissengruft" zeigen.
Zur Ausstellung ist ein 60seitiger Katalog erschienen, herausgegeben vom Seerosenkreis, gestaltet von Konrad Hetz und gefördert vom
Kulturreferat, mit der Geschichte des Seerosenkreises von 1948 bis heute von Brigitta Rambeck und Wort- Beiträgen der literarischen Seerosianer
sowie mit Bildern und Porträtfotos aller mitwirkenden Künstler und Literaten.
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